Charisma der Alltags-Verfolgung?

„Denn jedes Charisma ist eine strahlende Last, eine goldene Bürde, die ihren Träger zu einer Quelle des Lichtes und Segens für andere macht, die ihm selbst aber noch keine Bürgschaft höheren Lebens und engerer Gottesnähe bedeutet. Seine eigene Seele kann sogar verdunkelt sein in Sünde und Irrtum, in Unwissenheit und Verstocktheit. Sollte es möglich sein, dass Menschen „selbst verworfen werfen, nachdem sie anderen gepredigt haben“ (4), dass ihnen gerade die Größe ihres Charismas zum Stein des Anstoßes wird? Freilich durch eigene große Schuld.“ (Zitat von: Lippert, Peter; Die Gnaden Gottes zitiert nach Stundenbuch, Lesehore vom Tag, 22.09.2020 Lesejahr 2, 25. Woche im Jahreskreis Mauritius u. Gefährten, Märt. der Thebäischen Legion (280-305))

Heiliger Dominikus

Das gestehe ich frei ein, dass sich mir doch ein sehr kindliches Bild des Hl. Dominik eingeprägt hat und ich weiß auch heute, dass dieses Bild des Hl. Dominiks, das ich habe, aus meinen Pfadfindertagen stammt, denn wir sangen das Lied über den Hl. Dominik, welches wir damals auch noch (oder zumindest ich, es war Ende der 1980iger) mit der Stimme der Soeur Sourire kannten.

Das war ein Hl. Dominik, der voller Freude durch die Lande zog und predigte. Recht süßlich war dieser Dominik und irgendwie passte er aber doch auch zu den vielen Legenden, die es um ihn gab, mit all den Wundern und Zeichen, die ihm zugeschrieben werden und wurden. 

Kindliche Bilder hin oder her, dieser Mann, der voller Freude ist, den möchte ich mir als Bild behalten, denn ich denke mir, dass diese Darstellung des Dominik zeigt, dass Christ sein, dass ein christliches Leben nur wirklich eben ein Leben in der Nachfolge ist, wenn es ein Leben voller Freude ist. Eine Botschaft der Liebe kann ich nur mit Freude im Herzen, mit einer positiven Grundeinstellung zu den Menschen und zum Leben, verkünden. 

Und das zweite Bild, das ich mir aus dem Lied behalten will, ist das des predigenden Dominik. Dabei zeigt sich im Lied und auch in den Legenden, die ich kenne, nicht zuerst der Prediger „von Oben herab“, sondern ein Prediger der Wort und Leben verbindet und somit aus dem Leben heraus predigt. In diesem Kontext deute ich auch all diese Wunder und Zeichen, die man ihm zuspricht. Es sind Bilder dafür, dass bei Dominik Wort und Lebenskonzept übereinstimmen, dass es stimmt, dass das Leben mit Christus einfach großartiger ist.

Ein drittes Bild, das mir aus den Legenden über ihn bleibt, das ist das Bild des studierenden Dominik. Das ist ein studierender Mensch, der nicht irgendwann fertig ist und dessen Studium nicht dabei endet sich mit Büchern einzuschließen. Studium ist bei ihm nicht nur das Lesen von Literatur, sondern auch die Disputation, die (Lebens)Erfahrungen um daraus dann auch zu handeln. 

Aus dem Leben Dominiks ziehe ich folgendes heraus: Wer predigen will, wer grundsätzlich die Botschaft Christi weitertragen will, der braucht zwei Aspekte, einen christlichen Glauben, der sich in einer grundsätzlichen Lebensfreude ausdrückt und das lebenslange Studium, ja ein lebenslanges Studium generale, im besten Sinne des Wortes (und im Zweifelsfall auch ohne akademischer Abschluss). Wenn beides zusammenkommt, so denke ich, dann kann die Verkündigung der Botschaft Christi in den Ohren und Herzen der Menschen klingen.

Senfkorn

Es ist kein Vertrösten auf ein irgendwie geartetes Später. Es ist die Gewissheit, dass nicht das menschlich Mächtige siegt, sondern das Grundsätzliche, das Leben selbst. Das ist für mich die Botschaft des Senfkorns, die heute (Mo. 17. Woche, Jhkrs.) im Tagesevangelium verkündet wird.

Mag es auch wirklich so aussehen, als ob irgendwelche lauten und holen Kräfte siegen, mag es so aussehen als ob Glaube, Liebe und Hoffnung, als ob Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit keine Kraft haben – die Angst, dass das Böse siegt ist einfach falsch. In jenem Moment in dem wir dem Senfkorn Liebe, dem Senfkorn Leben, Barmherzigkeit, Nächstenliebe etc. eine Chance geben, es zulassen, wendet sich das Blatt. Dessen bin ich mir sicher! Jeden Tag auf ein Neues. Trotz den Erfahrungen, die ich, die jeder von uns Tag für Tag macht.