
Die politische Lage verschärft sich von Tag zu Tag. In unserem kleinen deutschen Kosmos genauso wie in vielen Teilen der Welt. Populismus, Radikalisierungen, Faschismus ist wieder salonfähig. Im Geiste alte Männer und Frauen wollen das Rad der Zeit zurückdrehen – in gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Fragen.
Angesichts dieser Radikalisierungen ist es wichtig sich zu positionieren. Ich stelle mich gegen jede Form von Radikalisierung. Ganz besonders gegen den Faschismus der von Parteien wie die AFD in Deutschland seit Jahren wieder alltäglich gemacht wird. Alles was diese Partei und ihre Helfershelfer wollen steht gegen das, was ich als politisch denkende Person und als Christ denke und für diese Welt will.
Ich stehe für die Demokratie für unsere Werte, die sich im Grundgesetz (besonders und en ersten 20 Artikel) und in den Menschenrechten ausdrücken. Ich stelle mich gegen jede Form von Rassismus, Nationalismus, Populismus, Radikalismus. Klar auch gegen linksradikales Denken und Handeln aber das ist aktuell kein Problem. Das Problem sind die Geister des Nationalsozialismus, die gerade in Deutschland lange versteckt lebten und jetzt wieder sichtbar und hörbar werden.
Wir können uns streiten und unterschiedlicher Meinung sein. Wir können frustriert sein über das, was unsere jeweilige Regierung macht. Das ist unser aller gutes Recht, denn es zeigt, dass wir unsere Pflicht als Bürger:innen in diesem Land, als Souverän, annehmen und uns politisch bilden und positionieren. Die Entscheidung aber eine Partei zu wählen, die Menschen aufgrund ihrer Kultur, Herkunft, Lebensform, Religion etc. ausgrenzt und schussendlich in ihrer Würde negiert, ist keine demokratische Meinungsbildung sondern allenfalls ein Rückschritt in der geistigen Evolution.
Als bekennender und praktizierender Christ der katholischen Kirche ergänze ich diese Aussage: Ich kann aus meinem Glauben heraus, der sich auf die Botschaft Jesu Christi bezieht, klar sagen: Als Christ kann ich keine Bewegung oder Haltung fördern oder wählen, die andere Menschen in ihrem Menschsein negiert, behindert oder einschränkt. Ich distanziere mich auch von allen Versuchen die Botschaft Christi, Teile davon, theologische Lehrmeinungen etc. zum Nutzen/zur Bestätigung von radikalen rechten Meinungen zu missbrauchen.
Wer populistisch wählt, der wählt nicht Frieden und Freiheit, sondern Krieg, Unfreiheit, Hass und Unterdrückung. Daher #noafd und Nein zu allen faschistischen Parteien und Systemen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.
Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!
Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
– und es ist sein Beruf etwas zu wollen –
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!
Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.
Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.
Selbst Geist und Güte gibt’s dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.
Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut – es werden stets Kasernen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
(aus: Erich Kästner: Gedichte. 1981. Suhrkamp Bibliothek. S. 10)