Björn Siller

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Referent für die Erzdiösese Freiburg durfte ich mit vielen KollegInnen an einem Podcastangebot basteln, das am Palmsonntag 2021 startet.

Die einzelnen Beiträge dieser Andachtsreihe über Podcast (aber auch via Telefon) finden sich auf vier Plattformen: Apple Podcast, Google Podcast, Amazon Music und Spotify

Hört eich mal rein!

Weitere Infos finden sich auch auf http://www.ebfr.de/lebenistmehr

Podcast gibt es viele. Zwischenzeitlich auch im kirchlichen Umfeld. Aber nur wenige sind so, dass „man“ sie weiterempfehlen kann. Zu diesen wenigen Podcast gehört der neu gestartete des Münchner Kirchenradios mit dem Titel „würde.leben“

In der Podcastreihe, in der aktuell (25.02.21) vier Folgen erschienen sind, ist Pater Hans Zollner SJ zu hören, der ausführlich und fundiert die einzelnen Aspekte des großen Themenkomplexes Missbrauch spricht.

Pater Zollner ist Leiter das Centre for Childprotection, das Kinderschutzzentrum, das an der päpstlichen Universität Gregoriana angesiedelt ist. In dieser Funktion wurde er zum weltweit bekannten und führenden Präventions-Fachmann.

Die bisherigen Beiträge zeigen, wie differenziert und tiefründig Pater Zollner das Thema aufarbeitet. Dabei geht es im nicht allein um eine Aufarbeitung der gewesenen Fällen und Schicksale sondern um eine tiefgreifende Beschäftigung, um eine Auseinandersetzung die gesellschaftlich, kirchlich und wissenschaftlich erfolgt. Dabei steht weiterhin die Forderung des Paters im Mittelpunkt, dass die Erfahrungen aus dem Skandal zu einer theologischen Vertiefung erfolgt.

So berührend das Thema bzw. die Themenbereiche sind, so heilsam sind die Beiträge des Fachmanns, denn sie zeichnen Chancen und Möglichkeiten, dass sich hier grundsätzlich etwas wandelt. Daher ist dieser Podcast absolut zu empfehlen.

Hier können die Beiträge angehört werden.

Es ist eine Zahl, es sind jeden Tag Zahlen, die mich verwirren, die mich überfordern. Zahlen die für Menschen stehen, die an oder mit dem Virus gestorben sind. Hinter diesen Zahlen verstecken sich aber auch viel größere Zahlen. Zahlen von Menschen, die um einen Menschen trauern, der nun nicht mehr da ist, von dem sie sich viel zu oft nicht verabschieden konnten, den sie nicht auf den letzten Wegmarken des Lebens begleiten konnten.

Dahinter stehen aber auch viele andere Menschen. All die vielen Mitarbeitenden in den Krankenhäusern & Altenheimen die seit Wochen und Monaten nicht nur ein mehr an Arbeit und Arbeitszeit meistern, sondern viel zu oft überfordert sind, ebenfalls nicht die Zeit und den Raum haben um das Sterben um sie herum zu verarbeiten.

Die steigenden Zahlen stehen auch für all jene, die noch immer auf den Intensivstationen leiden und gegen das Virus kämpfen und damit als Mahnung stehen, dass wir noch nicht genug getan haben um jedes einzelne Leben zu retten.

Und die steigenden Zahlen stehen schlussendlich für eine Überforderung von uns allen, die emphatisch sind, die versuchen alles zu tun, dass die Pandemie uns nicht besiegt.

Die tausenden Lichter in unseren Fenstern , gerade in der Nacht von Freitag auf Samstag, erinnert mich aber auch an die christliche Grundbotschaft eines jeden Freitags der auf jenen Freitag verweist, an dem es zuerst so aussah, als ob der Tod siegen würde. Gerade an einem Freitag erinnert mich das im Wind flackernde schwache Licht daran, dass das Leben gefährdet ist, dass es aber Hoffnung gibt, dass es die Hoffnung des Ostermorgen gibt, dass es ein Leben gibt in dem der „Stachel des Todes“ nicht mehr sticht.