Mitten drin und gespannt auf #digitalpastoral

Da bin ich echt reingestolpert. Plötzlich war ich, als neuer Referent, Teil einer Gruppe aus verschiedenen Bistümern. Kolleginnen und Kollegen, aus Köln, Münster, Osnabrück, Mainz, Aachen, Würzburg, aus Erfurt und auch aus dem Schwabenländle sitzen digital zusammen, wir kennen uns nur bedingt und von Sitzung zu Sitzung, zusammen mit Messenger und Mail entstand da eine spannende und bewegende Arbeitsgemeinschaft. Und wirklich ich mittendrin als „Neuer“ – einfach so. Einfach so angenommen. 

Und nach langen und guten Gesprächen kommt was raus. Es entsteht etwas aus einem Flow, aus einer Lust und aus der Erkenntnis: Da braucht’s was und wir wollen was tun.

Und jetzt, jetzt haben wir eine Plattform mit dem großen Namen digitalpastoral.de. Eine Internetseite, Social-Media-Kanäle und ganz viel Kontakte, Gespräche und megaviele Reaktionen. 

Auch wenn wir da noch nicht so groß sind (wie es der Name fast verlangt), wir sind wirklich schon ein Marktplatz. Ganz viele wagen sich auf diesen Platz, sind Neugierig auf die Anderen und haben Lust von ihrer Arbeit und Erfahrungen zu erzählen. Und es sind wirklich alles Praktikerinnen und Praktiker aus dem deutschsprachigen Raum, die nicht nur in letzter Zeit sich im digitalen pastoralen Bereich bewegt haben.

Jetzt läuft die Geschichte. Und ich bin gespannt wie sich das entwickelt. Die Plattform ist pure Kreativität und gerade deshalb ist sie (meine Meinung) der richtige Ausgangspunkt für all die kreativen und innovativen Angebote, die es im deutschsprachigen Raum gibt und gegeben hat. 

Was sich jetzt auch wieder sichtbar zeigt, was ich die letzten Wochen und Monate auch immer wieder erlebt habe ist, dass die digitale Transformation und die Auseinandersetzung und Nutzung von digitalen Angeboten nicht bei einer Altersgruppe stehen bleibt. Die Angebote und auch die Akteur:innen sind quer durch unsere gesamte Gesellschaft bzw. Kirche zu finden. Dass die einzelnen Menschen aktiv sind, dass sie es nutzen was da angeboten werden kann, liegt nicht am Lebensalter oder am Nerdfaktor sondern an der Freude und Offenheit, an der grundsätzlichen Bereitschaft weiter zu gehen und – so hoffe ich – auch an der Glaubenshaltung und Glaubenssehnsucht nach einer Gemeinschaft, die die christliche Botschaft spiegeln soll.

Es hat sich auch gezeigt (nicht nur an unserer Gruppe), dass Begegnung in den verschiedenen Kommunikationsformen möglich sind, gerade auch intensive und persönliche Begegnungen. Deshalb bin ich auch gespannt (und ich hoffe, dass die neue Seite das zeigen wird) wie die Erfahrungen der letzten Monate unsere Kommunikation unsere verschiedenen Begegnungsräume und Formen weiter prägen wird. Ich wünsche mir, dass wir hier in diesem Raum digitalpastoral zeigen können, dass wir kein „zurück“ zu einem „Normalzustand“ (wann immer der auch jemals war) brauchen. Ja, ich bin mir ganz sicher, dass wir mehr denn je in Formen eines „sowohl als auch“ arbeiten und Gemeinschaft sein sollen und müssen.

Zum Beispiel: Ganz viele bisherige langatmige Dinge, ganz viele Bildungsangebote, und vieles mehr geht ganz gut digital/ in digitalen Treffen und sollten wir weiterhin nutzen. Und gleichzeitig sollten wir alle unsere Präsenzveranstaltungen „aufräumen“ diese Begegnungen neu nutzen um tiefer und enger zu wachsen. Gerade die Präsenzveranstaltungen sollten sich verändern lassen durch die Chance der digitalen Transformation. Übertrieben gesagt: Veranstaltungen in Präsenz, die reine Wissensvermittlung sind, oder die reine Informations- und Absprachetreffen sind sollten wir abschaffen. Ich denke gerade, dass jeder der/die mir erzählt, wie wichtig die persönliche Begegnung in den Pausen bei Präsenzveranstaltungen ist, der sollte sich doch nun aufmachen, genau diesen Part auch zu stärken, in die Mitte der Präsenzveranstaltungen zu holen und aller zeitfressender Ballast abzuwerfen und damit die Qualität der Präsenzbegegnung zu verstärken.

Das ist nur eine Überlegung einer Veränderung über die wir diskutieren sollten. Und es gibt noch ganz viele. All die „Entdeckungen“ die sich auf der Internetseite finden, müssten doch zeigen, was wir alles noch Großartiges leisten können. Genauer: was es bisher Großartiges gab und was wir daher „nur“ noch verbinden müssen. In digitaler Kirche dürfte die Zeit der „Leuchtturmprojekte“ vorbei sein. Jetzt ist doch endlich die Zeit, dass es eine Pipeline des Miteinander gibt, die ein Akteur mit der anderen Akteurin so verbindet, dass wir nicht mehr ferne Lichtpunkte suchen müssen.

Ich bin echt gespannt wie sich unser Marktplatz entwickelt. Aktuell kommen wir zumindest nicht hinterher mit der Einstellung neuer Entdeckungen.