Radikaler Wandel!?

Die Corona Krise motiviert viele zu sagen: „Danach ist nichts mehr so wie davor„. Das denke ich auch. Dabei denke ich aber nicht, dass Corona der Grund des Wandels sei. Nein, Corona ist das Mittel, das sichtbar macht, was schon lange da ist. Corona ist der Beschleuniger dessen, was bisher nur schwelte.

Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht abzusehen, sind katastrophal, sind … egal was sie sind, es sind keine Folgen, die nicht schon lange sichtbar waren. Die global agierenden Unternehmen wie Apple, Amazon. Microsoft und Co. wachsen gerade ins unermessliche. Klassische Industriezweige, dazu gehören gerade auch viele Betriebe in Deutschland, die die digitale Wende nicht angegangen sind, die sich auf ihre Lobbyarbeit und Sicherheiten ausruhten, rutschen über Nacht in Schwierigkeiten.

Dabei stelle ich mir die Frage, ob die ganzen Hilfspakete für die Wirtschaft sinnvoll sind. Ist es sinnvoll in eh sterbende Bereiche Geld zu pumpen, das gar nicht vorhanden ist?

Ich würde hier ganz schnell mit einem „nein“ antworten, wenn da nicht die einzelnen Menschen sind, die nach dieser Krise keine Jobs mehr haben. Und trotzdem, genau mit diesem Argument der Massenarbeitslosigkeit werden die Regierungen schlussendlich erpresst. Müssen wir nicht endlich damit leben, dass Auto-Konzerne teilweise verschwinden? Dass Bereiche die nur noch mit Subventionen erhalten werden endlich vom Tropf genommen werden müssen? Statt Milliarden von Euros in Unternehmen zu stecken, die zu einer aussterbenden Industriewelt gehören, müsste es andere Konzepte geben. Für die (kleinen) Unternehmen, die grundsätzliches bieten, die auch in Zukunft noch systemrelevant sind – und in die einzelnen Menschen.

Aber gibt es diese Konzepte? Gibt es Menschen, die so mutig sind, diese zu denken?

Wie kann Wirtschaftsförderung nach Corona aussehen? Gibt es Antworten auf die Massenarbeitslosigkeit, die eventuell weniger kosten, als das Gießkannen-Prinzip der aktuellen Förderung, die ja dann beim systemrelevanten Mittelstand gar nicht so ankommen?

Die Corona Krise müsste uns zum aufwachen motivieren. Nicht zurück zum Alltag dürfte die Devise sein sondern? Ja was?

2 Kommentare zu “Radikaler Wandel!?

  1. Lieber Björn,

    Vielen Dank für Deine Gedanken, denen ich zustimme. Nur müssten die Arbeitnehmer in den Prozess der Umwandlung einbezogen werden, damit sie eben nicht arbeitslos werden. Es ist doch faszinierend, dass z.B. Autofirmen Schutzmasken und Bekleidungsfirmen Schutzanzüge produzieren können.

    Aber vielleicht fällt der Gesellschaft auf, dass der Konsum in eine andere Richtung gehen muss.

    Liebe Grüße, Christiane

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    • Ja, das müssen sie. Da stimme ich dir voll und ganz zu. Die Frage bleibt für mich das Wie? Eventuell müssen wir grundsätzlich neu denken und dazu gehört dann auch die Frage, ob es statt diesen Milliarden von € die da ausgegeben werden nicht wirklich andere Unterstützungen sinnvoller sind. Was wäre denn, wenn die Bürgerinnen eben ein mtl. Grundgehalt bekämen? Klar hört sich das so sozialistisch an, aber was tun wir denn gerade nun, oder was tun wir seit Jahren mit immer mehr Sonderprogrammen, Hilfen, Finanzierungen und Subventionen? Ich weiß nicht ob das der richtige Weg ist, aber mit Blick auf ein sich ganz und gar wandelnden Arbeitsmarkt dürften zwei Themen eben vorrangig sein: Finanzierung des Lebens des Einzelnen und die Bildung und Ausbildung, denn wenn wir im aktuellen Bildungssystem bleiben, dann werden wir auf Dauer Millionen von Arbeitslosen haben, nämlich genau jene, die eben bisher die Dienste geleistet haben, die irgendwann voll technisiert werden oder wegfallen, da die Produkte niemand wirklich braucht. Das bedeutet, dass wir Menschen befähigen müssen zu neuen Jobs, zu einer anderen Entwicklung und zu einem Leben das eben menschenwürdig ist. Aber wie gesagt, wie das aussehen soll – keine Ahnung, aber eventuell hilft da der Ansatz der „offenen Gesellschaft“ eben nicht nur einen Weg anzugehen, sondern mehrer um so zu einem richtigen Weg zu kommen.

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