Lynchjustiz – wer ist der Böse

Naja, es lässt mich ein bisschen ratlos zurück dieses Buch von Percival Everett (Die Bäume).

Kann ich es empfehlen? Ja, denn es behandelt ein zentrales Thema der amerikanischen Geschichte: den Mord an farbigen Menschen.

Und das geschieht in einer Form die es überhaupt ermöglicht, das was hier erzählt wird zu ertragen. Das Buch ist absolut Satire, die Charaktere, das Geschehen, der Plot selbst. Nur eben nicht das Thema.

Es fängt fast harmlos an. Drei Männer werden getötet und neben jedem der Toren liegt ein farbiger Toter, der irgendwie noch toter erscheint als der Weiße, mit den Hoden des Weißen in der Hand. Ich musste einige Male lachen über das was ich da lesen konnte.

Doch dann weiter es sich aus. Aus einer lokalen Rache wird ein Feuer.

Am Ende taucht ein Präsident auf, es zeigt sich eine Bevölkerung, die zurückfällt (wenn sie denn jemals so weit war) in alte Muster. Das schlimme ist, dass sich gerade auf den letzten Seiten zeigt: nicht alles ist Satire, vieles ist viel zu ernst.

Ich denke am Czolleks letztes Buch „Versöhnungstheater“ und frage mich: wie gehen wir mit dem Handeln unserer Ahnen um und was verlangen wir von den Nachkommen der Opfer?

Kaufen sie das Buch bitte im lokalen Fachhandel: Percival Everett: Die Bäume. Verlag Hanser 2023.