Pasolini: Interviewband

Pasolini: Interviewband

Aktuell ist im Verlag Wagenbach ein neues Buch zu Pier Paolo Pasolini erschienen. Klar, dass ich diese Sammlung von Interviews haben musste. Und klar ist auch, dass ich diese Texte verschlungen habe.

Es ist großartig, dass der Verlag Wagenbach diesen Autor für den deutschen Sprachraum verfügbar macht.

Jetzt ist Pasolini seit 1975 tot und er ist ganz sicher ein Intellektueller, der für heutige Maßstäbe „aus der Zeit gefallen ist“ aber beim Lesen gab es so viele Textstellen, die mir so aktuell und so nah erschienen. Obwohl sie aus einer Zeit meiner Eltern und Großeltern stammen, obwohl sie aus einer Welt stammen in denen Mächte und Systeme bestanden, die lange begraben sind (waren, so schien es mir) und obwohl ich kein Marxist bin, so wünschte ich mir eine solche Stimme im hier und jetzt.

Die in diesem Buch zusammengetragenen Texte liefern oft Wiederholungen, aber sie präsentieren Gedanken über Sex und Macht, Kapitalismus, Flüchtlingsfragen, Krieg, Gewalt, Ideologien, Kirche und Religion, Gott und den menschlichen Untiefen – ganz Vieles, in einer Klarheit und damit Radikalität, die erschreckend aber so erholsam erscheint. Manch ein Wort, manch ein Gedanke Pasolinis bietet die Chance zur Heilung von Situationen im Heute. Wobei er mir da in einer gewissen Form widersprechen würde, denn es gibt ja keine Verbesserung nur die Möglichkeit (nicht die Hoffnung) auf eine bestmögliche Situation in der ein Mindestmaß an Bürgerrechten ermöglicht wird.

Pasolini bietet Ideen (und einige finden sich in diesem Buch) für all jene die wie er unendliche Optimisten sind und gerade deshalb immer wieder in einen Pessimismus verfallen.

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