#lichtfenster

Es ist eine Zahl, es sind jeden Tag Zahlen, die mich verwirren, die mich überfordern. Zahlen die für Menschen stehen, die an oder mit dem Virus gestorben sind. Hinter diesen Zahlen verstecken sich aber auch viel größere Zahlen. Zahlen von Menschen, die um einen Menschen trauern, der nun nicht mehr da ist, von dem sie sich viel zu oft nicht verabschieden konnten, den sie nicht auf den letzten Wegmarken des Lebens begleiten konnten.

Dahinter stehen aber auch viele andere Menschen. All die vielen Mitarbeitenden in den Krankenhäusern & Altenheimen die seit Wochen und Monaten nicht nur ein mehr an Arbeit und Arbeitszeit meistern, sondern viel zu oft überfordert sind, ebenfalls nicht die Zeit und den Raum haben um das Sterben um sie herum zu verarbeiten.

Die steigenden Zahlen stehen auch für all jene, die noch immer auf den Intensivstationen leiden und gegen das Virus kämpfen und damit als Mahnung stehen, dass wir noch nicht genug getan haben um jedes einzelne Leben zu retten.

Und die steigenden Zahlen stehen schlussendlich für eine Überforderung von uns allen, die emphatisch sind, die versuchen alles zu tun, dass die Pandemie uns nicht besiegt.

Die tausenden Lichter in unseren Fenstern , gerade in der Nacht von Freitag auf Samstag, erinnert mich aber auch an die christliche Grundbotschaft eines jeden Freitags der auf jenen Freitag verweist, an dem es zuerst so aussah, als ob der Tod siegen würde. Gerade an einem Freitag erinnert mich das im Wind flackernde schwache Licht daran, dass das Leben gefährdet ist, dass es aber Hoffnung gibt, dass es die Hoffnung des Ostermorgen gibt, dass es ein Leben gibt in dem der „Stachel des Todes“ nicht mehr sticht.