Geistergeschichte von Henry James

Henry James, ein, wie ich finde, nicht ganz einfacher Autor, schrieb 1898 die Geschichte „Die Drehung der Schraube“. Die im Jahr 2000 erfolgte Übersetzung ist 2019 im Verlag Kampa erschienen. Dabei handelt es sich um eine Gespenstergeschichte die James in seiner ganz eigenen Art aber eben auch im Stil seiner Zeit verfasst hat.

Ein junges Fräulein, Pfarrerstochter wird als Erzieherin/Hauslehrerin für zwei Waisenkinder der gehobenen englischen Gesellschaft angestellt. Auf dem Landsitz, der diese beiden jungen Menschen beherbergt, erfährt sie, zu Anfang nur als Ahnung, welch böser Geist, welche böse Geister hier ihr Unwesen treiben.


Henry James ist wahrlich der Meister des psychologischen Erzählens, denn es gruselt einen weniger ob der klassischen Geistererscheinungen, als vielmehr der Geister die da spuken, die sich hinter Schönheit, Manieren, guten Sitten & Haltung verbergen können. James zeichnet Charakterbilder, die erahnen lassen welche Abgründe sich in den Menschen verbergen.

Wie andere Schriften von ihm finde ich es nicht leicht mich auf die Sprache und den Stil einzulassen. Die langen gewundenen viktorianisches Satzgebilde, die Wortwahl und dieses stille und langsame Erzählen fordert eine Geduld, die heutige Autoren nicht verlangen. Aber wer sich einlässt der lässt sich fangen, der lässt sich einnehmen. Trotz manch eines Kopfschütteln über die Weltbilder der damaligen Zeit, sind solche Bücher wunderbare Begleiter für lange Abende.