Anlässlich der Bundestagswahl haben wir im letzten Wetzsteinbrief eine kleine Auswahl an Sachbüchern zur Lektüre empfohlen:
Gegen den Hass von Carolin Emcke. Die Autorin analysiert all jene Formen von Hass und Gewalt, die wir in der derzeitigen vergifteten politischen Debatte entdecken können. Und das in einer wirklich lesbaren Sprache. Den Text habe ich wahrhaft verschlungen.
Oft genug stehen wir doch kopfschüttelnd da, angesichts der falschen und verdrehten Thesen der Faschisten. Eine Handreichung, um die Lügen und falschen Behauptungen der Rechten zu widerlegen, ist das Buch 100 Karten über Rechtsextremismus. Erstellt und herausgegeben wurde es von KATAPULT und CORRECTIV.
Mit gleichem Ansatz kann das von Marcus Bensmann herausgegebene Buch Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst gelesen werden. Die Lektüre lenkt den Blick auf all die Punkte, die, sobald wir sie kennen, eine Wahl der AFD unmöglich machen – wenn man demokratisch denkt.
Einen strukturierten Blick auf die AfD und die politischen Verschiebungen bieten auch die Bücher von Eva Kienholz: Kurze Geschichte der AfD, von Philipp Ruch: Es ist 5 vor 1933, sowie Angriff auf Deutschland von Michael Kraske und Dirk Laabs.
In den letzten Wochen und Monaten zeigt sich, wie sehr wir sprachlich schon von den Rechten geprägt sind. Nach und nach haben sich Begriffe und Narrationen eingeschlichen, die wir auch im Alltag verwenden, die aber ganz klar antidemokratisch sind. Wie Sprache Gewalt aufzeigt, das versuchte schon Victor Klemperer in seinem 1947 erschienenen Buch darzustellen. Sein LTI. Notizbuch eines Philologen ist eine treffende Analyse der Sprache des Nationalsozialismus und lesenswerter Fundus für die heutigen Sprachverschiebungen.
Zur Debatte und Rückversicherung lohnt es sich immer wieder in das Grundgesetz zu schauen. Im letzten Jahr ist das Buch Das Grundgesetz. Verständlich erklärt von Alexander Thiele im Reclam Verlag erschienen. Handlich im klassischen Reclam-Format kann man es immer zur Hand nehmen. Inhaltlich ist es eine wahre Fundgrube.
Es ist ungemein wichtig, dass junge Menschen sich mit den aktuellen Themen beschäftigen. Das neu erschienene Buch Demokratie. Deine Stimme zählt aus der empfehlenswerten Sachbuchreihe WAS IST WAS für Kinder ab 8 Jahren leistet einen wertvollen Beitrag, ebenso das lesenswerte Jugendsachbuch Jede_r hat das Recht. Fakten, Fälle und Gedanken zum Grundgesetz, für Kinder ab 12 Jahren.
Völlig unter geht in der aktuellen Debatte das wichtige Thema des Klimawandels. Daher nochmal die schon im Jahr 2024 empfohlenen Bücher:
Der Klima-Atlas von Luisa Neubauer bietet mit seinen Karten einen verständlichen Überblick, ebenso wie die beiden Grundlagentexte Die Grenzen des Wachstums des Club of Rome (1972) und der Nachfolgetext, Earth for All. Mit Blick auf aktuelle Prozesse, Fehler und Entwicklungen empfehlen wir Was wahr ist von Carolin Emcke und die eher investigativen Bücher Männer, die die Welt verbrennen von Christian Stöcker und Öl ins Feuer von Kathrin Hartmann.
Das sind nur einige wenige Titel. Sehr viele andere gibt es. Zur Frage nach Gesellschaft und deren Entwicklung, bzw. der Entwicklung von Debatte und Politik lohnen sich Bücher wie Explosive Moderne von Eva Illouz oder auch Verlust von Andreas Reckwitz.
Ja und dann noch ein Roman unter ganz vielen: Das Lied des Propheten von Paul Lynch.
Ja und ganz viele andere Bücher auch …