Diesen Beitrag habe ich schon mal gepostet im Juli 2024. Angesichts dessen, was gerade geschieht möchte ich nochmal auf diesen Buch hinweisen:
Faschismus ist nicht das Problem von Anderen, oder ein Problem der Vergangenheit. Es ist kein Thema, das wir mit Kopfschütteln und Schulterzucken abtun dürfen. Das zeigen die Nachrichten, die Parolen von AFD, von Trump, von Putin. Das zeigen die Gesetze und Verschiebungen von Wirklichkeiten in Italien und Ungarn durch die dortigen Regierungen. Das zeigen so viele aktuell bestehende Wirklichkeiten. Und wir schauen darauf – und tun nichts.
Das Buch „Das Lied des Propheten“ von Paul Lynch habe ich in den letzten drei Tagen (07/2024) gelesen. Er hat einen Roman verfasst in dem es um eine faschistische Partei geht, die mit der Schaffung eines imaginären Feindes die Wahl gewonnen und die Macht übernommen hat. Eine spezielle Polizei, leichte Verschiebungen der Gesetze und immer wieder das Schüren von Angst, das Schaffen von Feindbilder – und eine Diktatur ist geschaffen!
Das ist kein Text der Vergangenheit. Es ist eine Geschichte, die mit den realistischen Umgebungen unserer heutigen Zeit arbeitet. Demokratie, Menschenrechte, Staatengemeinschaft sind zahnlose Tiger, wenn sie nicht verteidigt, erkämpft werden. Nach Ignorieren, Passivität und Wegschauen entsteht Hass, Bürgerkrieg, Flucht und Morde an Geist und Leben.
In diesem Buch steht eine Familie im Mittelpunkt. Mutter, Vater, drei Kinder – die es nicht glauben können. Die Vertrauen in ihre Demokratie haben und deren Leben zusammenbricht. Alles in einem fiktiven Roman, der so gar nicht fiktiv ist, denn das was erzählt wird geschieht so, oder so ähnlich heute und jetzt, irgendwo auf dieser Welt, besteht schon und kann auch bei uns geschehen …
Ein beklemmender Roman, aber ein wichtiger Roman, der am besten im September, wenn die Schule wieder losgeht, Pflichtlektüre sein sollte. Wir müssen darüber reden. Wir müssen handeln! LEST DAS BUCH!
Paul Lynch: Das Lied des Propheten. Stuttgart 2024.
(Das Buch habe ich selbst gekauft. Ich wurde nicht finanziert. Ich freue mich, wenn Sie das Buch an meinem Arbeitsplatz, der Buchhandlung zum Wetzstein kaufen)