Zum ersten Mal habe ich nun einen Text von Lisa Kränzler zur Hand genommen und ich bin froh darüber.
Das Cover und der Titel waren Auslöser da mich das Cover als Theologe motivierte zuzugreifen. Mit „Mariens Käfer“ schreibt Lisa Kränzler einen Text in der Gattung des Kunstmärchens, ganz in der Sprache großer Vorgänger des 19. Jhdt.
Ein Käfer aus Mariens Garten entwischt der himmlisches Szenerie eines Tages durch einen Spalt in der Mauer und landet bei dem (ich verwende die eher badische Version der im Buch schwäbischen) Lumbeseggel Luzius, der den Käfer für manch eine Gaunerei ausnutzt. Das wäre der Auftakt und eine Nacherzählung lasse ich hier aus, mit der Aufforderung: Selbst lesen!
Doch das Märchen selbst ist nicht alles, was dieses Buch an Text bietet. Nach einem in Bilddetails aufgeteilte Abdruck des sich im Städl befindlichen Gemäldes „Das Paradiesgärtlein“ (das Ausgangspunkt des Textes ist) gehts weiter, erst dachte ich es wäre ein Glossar, zeigten sich doch im Text des Märchens Verweise. Doch Lisa Kränzler hat da was bunteres, weiteres geschaffen, ein Text zum Text, eine Erzählung, die hinter der Erzählung steht, im Erzählen und eventuell auch im Fabulieren das Märchen übersteigt, denn was ist wahr an dieser Geschichte, was ist Sinn und Unsinn, was Geschichte und Legende, …
Zuerst einmal sind beide Texte, das ganze Buch einfach schön, lesenswerte Texte, die kreativ und fantastisch sind. Und im zweiten, ja sind die Texte ein Anfang zum Gespräch, zum Austausch und zum – ja was eigentlich. Ich hab mir vorgenommen die Autorin zu fragen, denn der Text hat mir auf soviel Ebenen Spaß gemacht.
