Daniel de Roulet: Die rote Mütze

Daniel de Roulet ist bekannt für Texte, die eine Geschichte „von unten“ erzählen. In seinem neuen Buch stehen daher auch acht Soldaten und die legendären roten Mützen im Mittelpunkt.
Im August 1790 gab es eine Meuterei im Schweizer Söldnerheer bei Nancy. 42 der Söldner wurden verurteilt, einige gehängt, André Soret wurde gerädert, die restlichen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Diese Männer, von denen nur Lebensdaten bekannt sind, erhalten durch de Roulet eine Biografie. Durch sie lernen wir die Grausamkeit des Armeelebens in einem Söldnerheer kennen, inmitten des Umbruchs und einer Welt, die von den Ideen Rousseaus und anderer erfasst wird. Wir begleiten sie durch Gewalt und Befreiung, nach Paris (wo ihre Mützen zum Symbol der Revolution werden) und zurück in ihre Schweizer Heimat.  
Das Buch ist ein Denkmal für Kämpfende, die sich nach Freiheit sehnten, in einer Zeit, die trotz der Revolution nicht reif dafür war. Die Geschichte und die literarische Form machen Die rote Mütze zu einem kleinen literarischen Schatz, den es zu entdecken lohnt.

Daniel de Roulet: Die rote Mütze. Roman. Limmat Verlag, 26 Euro

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