Dilek Güngör: A wie Ada 

Kleine Texte, oft unter einer Seite, erzählen von Ada, sind wie kleine Inseln im Buch, sind wie Ada selbst, die – passend zu ihrem Namen, der in der elterlichen Sprache Insel lautet – sich als Insel fühlt, zwischen ihren Eltern, Freunden, in der Schule, mit den eigenen Kindern, mit ihrem Mann, bei Besuch und in Begegnungen mit Anderen.

Es ist ein heiterer Text, suchend, zweifelnd, eventuell versteckt grübelnd, spielerisch, nahbar und auf Distanz bedacht.

Es sind Texte, die nicht in Reihe stehen, die wie ausgebreitet einer assoziativen Ordnung folgen. Ich habe das kleine Buch am Stück gelesen, Text für Text. Dabei wäre es auch möglich A wie Adaeher blätternd zu lesen, der Spontaneität zu folgen und so sich jedes Mal neu in ein Wort oder einen Satz einzufinden, sich mit Ada treiben zu lassen in ihre und in die eigene Welt.Und alles Weitere überlassen wir dem Text selbst; lassen Sie sich auf ihn ein: „Ada hat es sich gut eingerichtet auf ihrer Insel. Gut behütet und beschirmt schläft sie unter ihrer Palme, merkt nicht, dass die Gefahr vorüber ist. Die Kinder, die sie hauen könnten, sind weg. Und auch alle anderen, die gefährlich sind. Die Sonne scheint mild, es gibt nichts, wovor sie sich fürchten muss, nur das, wovor sich alle fürchten müssen.“ S. 105 

Dilek Güngör: A wie Ada (Bestellen) Roman. Verbrecher Verlag, 20 Euro