Vor kurzem habe ich Josephine Tey „Alibi für einen König“ gelesen. Es war so ein unterhaltsamer Kriminalroman. Obwohl es in diesem Buch „nur“ um einen Fall geht, der vom Krankenbett aus gelöst wird, war ich gefesselt – und ich hab so viel an englischer Geschichte gelernt.
Daher habe ich mir auch den zweiten bei Kampa erschienen Kriminalroman „Der Mond war Zeuge“ von ihr gekauft. Tey schafft es auch hier – ohne einen Mord und ohne ein Gewaltverbrechen – eine Krimispannung aufzubauen die mich bis zum Schluss gefangen hielt. Immer blieb die Frage: schaffen sie es?
Tey zeigt die Abgründe einer Gesellschaft. Abgründe und ein Benehmen von Menschen, wie wir es auch heute leider viel zu oft erleben können: Vorverurteilung, „Hexenjagden“, Gewaltbereitschaft und eine Schaulust/Sensationsgier der Menschen. Dazu kommen Formen von Hass und Neid und einer viel zu schlichten Form von Bosheit.
Sie schrieb hier aber auch eine Geschichte auf, die ungemein fein ist, ruhig und entspannend – einfach so, wie ein Buch für die Freizeit sein sollte. Aber eben nicht seicht, denn es bleibt was zurück, wenn ich das Buch schließe.