Seelsorge – Reflexion

Jetzt, wo wir in Deutschland einen gewissen Moment der Krisenentspannung haben wäre es doch wichtig einmal nachzudenken, was alles war. Was ging gut, was lief falsch, wo haben wir versagt.

Um „die“ Kirche ist es ruhig geworden. Das Beste was hier gerade noch geschieht ist, dass es Kreise gibt, die sagen „da lief was falsch“ in der Krise. Doch statt diese Kritiker pauschal abzulehnen und sich zu brüsten mit einzelnen Handlungen wäre es doch sinnvoll sich hinzusetzten und nachzudenken.

Gerade die katholische Kirch hat in ihren Kreisen einen starken Digitalisierungsschub erlebt. Doch während Livestream und YouTube-Predigten anwuchsen veränderte sich das Denken nicht, oft genug gab es den alten Wein in neuen – oft sehr schnell, aus altem Stoff genähten – neuen Schläuchen. Wie gehen wir hier in Zukunft damit um? Wie schaffen wir es, veraltete Reaktionen und lähmende Systeme zu überwinden und jetzt, solange noch Gelder da sind, uns umzustellen, auszubilden, wieder auszurichten?

Oder in der Seelsorge. Im Verborgenen, an einzelnen Orten blühte sie auf. Doch viel zu oft verschwanden Hauptamtliche – Laien wie Priester – in der Versenkung, versteckten sich hinter Regeln und Anweisungen. Können wir daraus nicht lernen? Können wir nicht eventuell auch aus den Seelsorgeerfahrungen in der Krise, gerade bei unseren europäischen Nachbarn Italien, in die Schule gehen. Das Gute, das dort auf so manch einen vertrockneten Boden stieß als Impuls annehmen?

Oder wie ist das mit der Seelsorge in ganz besonderen Lebenslagen? In Gefängnisse, Krankenhäusern und Altenheimen? Wie sind wir da präsent gewesen? Auch dort, einzelne großartige Glaubenszeugen, die ihren Dienst übernommen haben, bis hin zur freiwilligen Bereitschaft zur Quarantäne. Was können wir daraus lernen? Wo können wir mehr tun, wo müssen wir unsere Prozesse verändern, wo hätten wir eventuell „als Kirche“ lauter reden müssen?

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