Björn Siller

Es ist doch schon verwirrend, wenn man die Nachrichten verfolgt. Auf der einen Seite Einbruch der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit und Konkurse und auf der anderen Seite Millionen- und Milliardengewinne von Unternehmen.

Dass es nicht immer in der Wirtschaft „bergauf“ gehen kann ist eine Binsenweisheit, die nicht zuletzt 2009 immer wieder genannt wurde. Das ist also eine Wirklichkeit. Die andere Wirklichkeit ist aber, dass sich in Zeiten von Corona zeigt, wie groß der Abstand von Arm und Reich ist, wie groß die Probleme in unserer Gesellschaft sind, wie sehr verschiedene Industrie- und Wirtschaftszweige seit Jahren eigentlich nur am Tropf hängen.

Manche Unternehmen versuchen aktuell ihre Mitarbeiterentlassungen, die ganz unpersönlich immer als Stellenkürzungen daherkommen, in den Kontext von Corona zu stellen. Das ist aber selten die Wirklichkeit. Corona hat meist nichts verändert sondern nur sichtbar gemacht, was eh schon lange passieren hätte müssen.

Für mich bleibt als erstes jedoch eines im Blick: Es gibt immer mehr Arbeitslose. Was ist die Antwort darauf? Hier geht es nicht um Zahlen oder Statistiken sondern darum, dass Menschen erfahren müssen, dass ihre Arbeitsleistung nicht gebraucht wird, In einer Gesellschaft, die auf Produktion ausgerichtet ist, erleben diese Menschen diese Situation auch als eine Botschaft die sagt: Ich bin nicht erwünscht/nichts wert/, … das darf nicht sein. Das zerstört die demokratische Gesellschaft.

Ganz pragmatisch denke ich: Es werden in den nächsten Jahren noch sehr viele weitere tausend Menschen arbeitslos. Corona hat eines beschleunigt: die digitale Transformation und die Notwendigkeit diese anzuerkennen. Die Folge daraus: ein viel schnellerer Wandel in der Arbeitswelt als erwartet und damit ein verschwinden verschiedener Arbeitsstellen und weitere Probleme.

Die digitale Transformation der Arbeitswelt führt dazu, dass bisher vom Menschen vorgenommene Arbeit, ja auch ganz besonders schlichte Denkprozesse und Reaktionen nun von Technik übernommen wird. Damit verlieren sehr viele Menschen ihren Arbeitsplatz. Dazu kommen noch all jene Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht befähigt sind (gewollt o. ungewollt) mit digitalen Prozessen und mit der notwendigen Technik umzugehen. Auch diese sind in der Arbeitswelt nur noch bedingt einsetzbar.

Manche Menschen sagen, dass dieser Zustand vorübergehend ist. Dass hier eine Generation in der Arbeitswelt abtritt und der Wandel „nun mal so ist“. Das stimmt, so denke ich, nicht ganz. Gerade auch das aktuelle Schulsystem „produziert“ Arbeitskräfte, die jung sind und trotzdem genauso kaum einsetzbar sind in einer Arbeitswelt der digitalen Transformation.

Das bedeutet doch, dass wir einmal für eine ältere Generation oder eine aktuelle Generation die noch nicht befähigt ist in den veränderten Prozesse zu arbeiten, etwas tun müssen und dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, dass auch in den nachfolgenden Generationen Menschen sein werden, die eben nicht alle IT-Fachleute, Akademiker und Co. sein können.

Die Antwort darauf kann nicht sein, dass wir wie bisher arbeitslose Menschen gesellschaftlich wie wirtschaftlich an den Rand drängen. Wer hier stehen bleibt oder im besten Falle nach Subventionen für die aussterbenden Arbeitsbereiche schreit, ist schlussendlich zynisch. Genauso zynisch ist es, wenn die schwindenden Arbeitsplätze pauschal mit neuen Arbeitsplätzen gegengezeichnet werden.

Aber was ist die Antwort? Eine allein wird da nicht reichen, oder? Gerald Hüther sieht in seinem neuen Buch #education for Future mehrere notwendige Ansätze. Eine Veränderung der Mentalität der Arbeitswelt, Formen des einheitlichen Grundgehaltes, Steigerung des Image einzelner Arbeitsbereiche und ein doch fast radikaler Umbau des Bildungs- und Ausbildungskonzeptes in unserer Gesellschaft.

Das würde in vielen Bereichen ein grundsätzliches Umdenken verlangen. Sind wir dazu bereit, haben wir politische und gesellschaftliche Akteure, die offen und innovativ die Zukunft gestalten wollen, haben wir die Akteure in Gesellschaft, Staat und Kirche die es braucht um eine neue soziale Marktwirtschaft zu installieren?

Nun auch auf diesem Weg: Aktuell suche ich eine neue Wohnung. Gerne 2-Zimmer, in Freiburg, oder etwas größeres aber dann mit der Möglichkeit zu einer WG.

Bild: Pixabay

Das ist eigentlich die falsche Frage. Besser ist die Frage, warum in manchen Themenbereichen sich plötzliche Menschen positionieren, die „eigentlich“ hier nicht „das sagen“ haben. Medienwirksame Beispiele sind Greta Thunberg oder der Youtuber Rezo von dem wir nicht einmal wissen, wie er wirklich heißt. 

Beide, als Prototypen, haben viel gemeinsam. Sie haben keine Ausbildung zu den Themenbereichen, zu denen sie sich positionieren. Sie sind in ihren jeweiligen Bereichen irgendwann einmal Außenseiter gewesen und sie mussten, nachdem sie sich erfolgreich, in aller Öffentlichkeit, positioniert haben viel Spott und noch viel mehr Beleidigungen und Abwertungen anhören. Statt sich mit den Aussagen dieser beider Personen zu beschäftigen, wurde die Diskussion von einer möglichen sachlichen Ebene auf eine persönliche Ebene umgeleitet. Damit werden keine Probleme gelöst, sondern Feindbilder geschaffen und demokratische Konzepte ausgehöhlt.

In der Medienlandschaft zeigt sich ein weiteres Phänomen. Es besteht fast eine Tradition darin, dass Kunstschaffende sich caritativ Betätigen. Sie übernehmen Patenschaften, veranstalten Shows und Events zur Geldsammlung etc. Neu ist zwischenzeitlich, dass verschiedene „Stars“ gerade aus der Comedy-Szene, genau dieses Genre nutzen um mit Ironie und Satiremethoden ihnen wichtige Themen, zur besten Sendezeit, zu positionieren. 

Bekannteste Aktion in den letzten Wochen war sicherlich der Film „Männerwelten“ von Joko & Klaas in der Moderation mit Sophie Plaßmann. Nicht so wellenschlagend nutzt aktuell Carolin Kebekus ihre Sendeformate um sich, ganz im Stil ihrer Comedy, zentrale und brennende Themen aufzugreifen (Konsum & HateSpeech). So gibt es von der gestrigen (02.07.2020) Show in der ARD zwei Sequenzen (Videos bei YouTube) in denen Kebekus Themen aufgreift, die ein Publikum ansprechen dürfte, das sich (bisher) eher weniger mit der Brisanz dieser Themen beschäftigt. 

Greta, Rezo, „Männerwelten“ und Kebekus übernehmen damit „Rollen“ oder „Leerstellen“ in unserer Gesellschaft: Bisherige Akteure und Strategien für wichtige Themen sind gescheitert. Ob Politik, Journalismus, gesellschaftliche Akteure, Institutionen wie Kirchen sind dahingehend gescheitert, dass sie entweder sich nicht mehr für wichtige Themen interessieren oder einsetzten (was ich nicht hoffe) oder sie sind nicht mehr fähig, die Öffentlichkeit glaubhaft zu informieren und zu einem Umdenken zu verschiedenen Themen und Lebenshaltungen zu motivieren. 

Wenn dies so ist, dann ist das katastrophal für die Demokratie. Eine Demokratie, in der nicht mehr die demokratischen Akteure selbst sich in demokratischen Prozessen positionieren (können) und Veränderungen anstoßen (können) steht in der Gefahr okkupiert zu werden. Die genannten Personen und Beispiele zeigen zum Glück kein Interesse daran die Demokratie auszuhöhlen. Wenn aber andere Kräfte (moderne Volkstribune) genau die von den genannten Beispielen genutzten Mechanismen aufgreifen und verstehen einen Nutzen daraus zu ziehen wird es gefährlich, denn die Folge ist der Wandel aus der Demokratie, mit demokratischen Mitteln zu einer Herrschaft eines Einzelnen/ einer Elite. 

Daher kann eine Antwort auf diese verschiedenen Akteure und ihre oft gelungenen Impulse nicht sein, sie abzuwerten, sie zu ignorieren oder sie unreflektiert einzuverleiben (und sie mit Preisen zu überhäufen), sondern sie in demokratische Strukturen einzubinden und ihre Anliegen in demokratischen Prozessen umzusetzen und den Wandel anzustoßen. Mit dem Ziel, dass Meinungsmache und Impulssetzung verstärkt innerhalb demokratisch verfasster Strukturen, durch demokratisch gewählte Volksvertreter und zum Wohl der Menschen erfolgt. 

Eine komische Diskussion, dieses Thema „Antifa“. Trump will Sündenböcke, um seine Schwächen zu vertuschen. Das ist eine Handlung, die alt und gut geprobt ist. Dass es dies tut zeigt, wie nah er diktatorischen, absolutistischen, oligarchen Staatslenkern ist. 

Viele Reaktion gab es. Verschiedene PolitikerInnen sagten, schrieben, twitterten, dass sie Antifaschisten seien. Dabei präsentierten sich die Reaktionen oft genauso unreflektiert, wie die Aussage des Herrn Trump. Während er unter Antifa alles anarchistische und linke und damit liberale Denken abstempelt, reduzieren jene, die reagieren, oft genug die Antifa, auf den reinen „guten“ antifaschistischen Kontext und blenden aus, dass sich unter dem Schlagwort auch anarchistische und marxistischen engführenden Denkweise und damit auch gewaltverherrlichende und ausgrenzende Gruppen subsumieren.

In all seiner Dummheit hat Trump mit dieser Sündenbock-Methode eine Diskussionsgrundlage geschaffen, die notwendig in der aktuellen politischen Situation ist. Eine dauerhafte Diffamierung der antifaschistischen Bewegung(en), wäre nämlich auf Dauer eine große Gefahr und kommt den rechten Gruppen sehr zupass, denn wenn aus dieser Diskussion die antifaschistischen Gruppen als unhaltbar und nicht vertretbar heraustreten, dann haben die rassistischen und faschistischen Bewegungen der Neuzeit das erreicht, was Nationalsozialismus, Stalinismus, italienischer Faschismus und Co. nicht geschafft haben. Der Antifaschismus war und ist ein entscheidender Gegner von Diktaturen und Rassisten. 

Daher ist es ungemein wichtig, dass wir uns alle mit diesem Thema auseinandersetzten. Die Beschäftigung mit der Frage „Wie ich dazu stehe?“ ist die Prophylaxe die jeder Mensch als politischer Mensch braucht um nicht von den Rattenfängern der neuen Rechten (ADF, Pegida, Identitäre Bewegungen, Reichsbürger etc.) geblendet zu werden.

Als im Jahr 2019 sich die Italiener gegen die Rassisten und Faschisten in ihrem Land (u. a. Lega) aufbegehrten sangen sie ein Lied, das in Deutschland aktuell als Partyschlager bekannt ist: „Bella Ciao“, in Italien aber, wie nur wenige andere Lieder eben für den Widerstand der Italiener gegen den Italo-Faschismus und gegen die Nazi-Besatzung steht. Die Botschaft des Liedes ist klar: „Es gilt für die Freiheit, gegen die Gewalt des Faschismus, zu kämpfen“!

Aber diese Botschaft wurde und wird negiert. Ganz schnell und erfolgreich ist es, wenn alles, was antifaschistisch ist, pauschal mit Anarchie oder mit den Abarten des Kommunismus gleichgesetzt wird. Diesen Bildern entgegen steht dann strahlend und glänzend ein „Gutes Deutschland“ ein „Freies Italien“ etc. der AFD, Lega, AF, FPÖ und Co.

Daher gilt es die Augen zu öffnen und das Hirn einzuschalten. Über Parteigrenzen hinweg, über Kirchenmauern und Ideologien hinweg braucht es ein gegenseitiges Verstehen und eine Einigung auf Grundwerte, die jeder, aus seiner Grundhaltung heraus, vertreten kann. Wir brauchen diesen Konsens, wir brauchen diese Offenheit, um uns vor dem zu schützen, was in den nächsten Jahren wieder stärker aufbrechen kann.

Ich bin der Meinung: Ein gewaltfreier und erfolgreicher Kampf gegen den Faschismus ist nur dann zu führen, wenn wir nicht Gegner produzieren oder benennen und uns an ihnen „abarbeiten“ sondern wenn wir Werte annehmen, die wir nicht zur Diskussion stellen, sondern reflektieren, wenn wir Beziehungen schaffen und Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Corona hat einen absoluten Digitalschub hervorgerufen. Dabei sind ein paar Probleme ans Licht gezerrt worden, die viele kannten. Einmal, dass die technische Ausstattung in Deutschland, gerade auch in den Schulen viel zu oft miserabel ist und zum anderen, dass die Themen E-Learning in Deutschland wahrlich in den Kinderschuhen steckt. Also hier noch sehr viel Kompetenz angeeignet werden muss um damit gut und sinnvoll zu arbeiten.

Nachdem nun irgendwie jeder an Schulen und in Bildungseinrichtungen (auch in der Kirche) mit Tools und Plattformen arbeitet, wird es Zeit, dass es hierzu auch Schulungen gibt, denn es geht nun darum den didaktisch sinnvollen Einsatz digitaler Lernwelten einzuüben. Zwei Schulungen dazu habe ich in den letzten Wochen absolviert und eine möchte ich hier ganz speziell empfehlen!

Dabei handelt es sich um die Fortbildung, die durch eine Kooperation zwischen der Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Firma Seitwerk GmbH und Jesuit Worldwide Learning (JWL) angeboten wird. Diese drei Partner haben eine Fortbildung aufgelegt, die nun schon zum dritten Mal abgeschlossen wurde und für noch sechs weitere Schulungen die Anmeldung möglich ist. Seit vielen Jahren arbeitet die Uni Eichstädt und die JWL schon zusammen. Dabei geht es normalerweise darum,  junge Menschen in Flüchtlingslagern und Konfliktgebieten mit blended eLearning auszubilden. Dies erfolgt also genau in jener Form, die wir in den Schulen in den letzten Wochen spontan umsetzten mussten.  Dieses Fachwissen aus der Praxis wird somit nun, in einem Kurs mit einer Dauer von vier Wochen den Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Verfügung gestellt. 

Die Teilnahme an diesem Kurs ist zeitlich gut zu meistern. Es gibt in jeder Woche einen Präsenztermin in Form einer Videokonferenz und das Material ist grundsätzlich in ca. drei Stunden je Woche gut durchzuarbeiten. Was jedoch noch dazu kommt an Zeitaufwand ist die Erstellung einer wöchentlichen Hausaufgabe und die Arbeit mit den vorgestellten Tools.  Aber auch das ist zu meistern und bietet den Lehrenden, die ja hier mal wieder Studierende sind, die fast vergessene Erfahrung des „Abgabestresses“. 

Die acht Lehrneinheiten in Form von blended Learning sind hochwertig aufbereitet und ergänzt mit viel zusätzlichen Materialien und Angeboten. Darunter auch die direkte Betreuung durch reale Personen, die in verschiedener Form mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kontakt treten. 

Der Kurs ist absolut zu empfehlen. Sowohl für jene, die bisher sich noch nicht mit den verschiedenen digitalen Formen des Unterrichts beschäftigen mussten, wie auch für all jene, die in den letzten Wochen sich selbst so manches beigebracht haben, aber eben wissen, dass hier noch einiges an Ausbildung notwendig ist. 

Die Kurskosten betragen aktuell 75,00 €.  

Mehr Informationen finden sich unter: https://www.ku.de/wwb/angebot-eeducation/

Wie das Thema Holocaust/Shoa im Unterricht aufgreifen? Tausende von Materialseiten gibt es dazu. KZ-Überlebende bieten ungemein gute Einstiege. Aber wie wäre es denn mal mit einem Einstieg mit Hannah Arendt? 

1964 war es, als ein Mann und eine Frau sich zusammen in einem Filmstudio zu einem Interview treffen. Ganze 70 Minuten ging das Gespräch, das ungeschnitten einige Tage später, abends, im ZDF ausgestrahlt wird. Knapp 50 Jahre später, beide Protagonisten sind schon längst tot, bekommt diese Aufzeichnung eine neue Aufmerksamkeit. Unkommentiert wird das Interview in YouTube eingestellt und wurde bis heute von über 1,6 Millionen Menschen angeschaut.

Die beiden Protagonisten? Das war als Interviewer Günter Gaus, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, und seit einiger Zeit im ZDF Moderator der Sendung „Zur Person“ und die Philosophin Hannah Arendt, die, kaum hat das Interview begonnen, sich nicht als Philosophin bezeichnete. 

Hannah Arendt war die erste Frau in dieser Sendung. 16 Männer waren vor ihr dran, darunter Politiker wie Ludwig Erhard, Willi Brandt, Franz-Josef Strauß, Künstler und Nutznießer der NS-Zeit wie Gustaf Gründgens, dessen letztes Interview das wohl war oder auch Martin Niemöller, evangelischer Pastor, Mitglied der bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen das III. Reich. Allen bietet Gaus, der wahrlich kein Selbstdarsteller ist, mit seinem Interviewstil eine Plattform, um sich vorzustellen. Er stellt ihnen Fragen, die zeigen, dass er sich mit seinen Gesprächspartnern auseinandergesetzt hat, aber die Fragen heben ihn nicht heraus, wie wir es bei heutigen Moderatoren gewohnt sind. Die Kamera fokussiert sich auf den Gesprächspartner, den Gaus nicht davonkommen lässt, wenn dieser/diese seinen Fragen ausweicht. Gaus hakt nach, aber es wird kein Verhör. Die Interviews waren ernsthaft, es ging um das Leben und das Denken des Gesprächspartners. Wir Zuhörenden können ahnen; der Interviewer hat wirklich Interesse an den Antworten des Gesprächspartners.    

Wir wissen nicht, wie lange die über 1,6 Mio. Menschen dieses Interview angeschaut haben, aber es lädt wirklich ein dazu. Es ist ein ruhiges Gespräch, das sich hier zwischen Arendt und ihrem Gesprächspartner aufbaut. Fachliches, politisches, geschichtliches und dort wo es wirklich persönlich wird, rutscht es nicht ab in die Banalität. Ungewohnt für alle, die heutige Interviewsituationen gewohnt sind. Die Konzentration auf das Wesentliche, auf die Person wird nochmal herausgehoben durch die räumliche Gestaltung; zwei Personen, zwei Sessel, ein dunkler Hintergrund, ein Tisch mit Getränken und Aschenbecher.

Wer sich für das Leben und Denken in der jungen Bonner Republik interessiert, der kommt um dieses Sendeformat nicht herum, daher sind alle Beiträge, die es in Youtube zu finden gibt, zu empfehlen. Das Interview mit Arendt ist aber daraus heraus wirklich etwas Besonderes, dieser Beitrag zeigt, da sitzt eine Frau vor der Kamera, die anders ist. Da sitzt eine selbstständig denkende Frau, unabhängig, nicht rechts oder links, sie ist eine Intellektuelle, die ihr Wissen durchdacht hat und die sich als Geisteswissenschaftlerin verständlich ausdrücken kann, ohne zu banalisieren, ohne zu pauschalisieren oder zu vereinfachen.

Was sie sagt, das lässt sich begründen. Ob es ihre Distanz zur philosophischen Kaste war oder andere Punkte. Ihre Thesen, ihre Erkenntnisse sind aus Erfahrungen heraus verifiziert.

Als das Interview im Jahr 1964 aufgezeichnet wurde war Hannah Arendt gerade in Deutschland unterwegs um Werbung für ihr damals neuestes Buch „Eichmann in Jerusalem“ zu machen. Die sich um dieses Buch entbrannte Diskussion wird im Interview angesprochen. Sie hat in diesem Buch über den Prozess von Eichmann in Jerusalem geschrieben. Darin bezeichnete sie unter anderem die Taten Eichmanns als „Banalität des Bösen“ (Eichmann ist ein Hanswurst), was ihr viel Gegenwind, gerade auch von jüdischen Verbänden, Freunden und Bekannten einbrachte. Aber auch ihr ironischer Ton im Buch wird ihr angekreidet. Aber gerade ihr reflektierter Umgang mit diesem Thema, ihre Grundhaltung spiegelt sich darin, so sagt sie passend dazu im Interview „Ich würde wahrscheinlich noch drei Minuten vor dem sicheren Tod lachen“. 

Die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zeigt sich in diesem Interview nicht nur beim Gespräch über das Buch. Schon ganz zu Anfang des Interviews und auch an anderen Stellen, wird Arendt über ihre Erfahrungen in der NS-Zeit und über Ihre Auseinandersetzung damit erzählen. Sie, die 1933 nochunpolitische, war schon beim Reichstagsbrand „nicht mehr der Meinung, dass man jetzt (weiterhin) einfach zusehen kann“ und begann sich zu engagieren. Sie erzählt von ihrer Verhaftung und ihrer Befreiung aus der GESTAPO-Haft, weil sie einen Mann vertraute, „weil dieser Mann so ein offenes, anständiges Gesicht hatte“. Sie erzählt weiter von ihrer Flucht und von ihrem Ankommen in New York.

Dass die Nazis unsere Feinde sind, mein Gott, wir brauchten doch, bitteschön, nicht Hitlers Machtergreifung, um das zu wissen! (…) Das Problem, das persönliche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten“ – Mit dieser Aussage aus dem Interview hebt sie die Diskussion weg von der Mentalität „die anderen haben getan“ hin zu einer Frage nach der Grundhaltung der „Nichttäter“. Aber sie geht weiter und zeigt schon 1964, als die Bundesrepublik noch nicht einmal bereit war zur Diskussion, wie einmalig der Holocaust für die deutsche Geschichte war: „Alles andere hätte irgendwie noch einmal gutgemacht werden können, wie in der Politik ja alles einmal wieder gutgemacht werden können muss. Dies nicht! Und damit meine ich nicht die Zahl der Opfer. Ich meine die Fabrikation der Leichen! Da ist irgendetwas passiert, womit wir alle nicht fertig werden.“    

Ihr Verhältnis zu Deutschland nach 1945, ihre Auseinandersetzung mit Deutschland selbst, das zeigt sich an weiteren Aussagen, das zeigt ihre Fähigkeit des Vergebens Freunden gegenüber. 

Der Film ist nun gut 56 Jahre alt. Und doch hat er in seiner fachlichen Tiefe nichts an Aktualität verloren. Arendt ist, nicht nur in diesem Interview aktueller denn je. 

Zum Nationalismus und passend zu unserer heutigen „Heimat-Diskussion“ wird sie hier zum Beispiel zitiert mit: „ich liebe nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig“. Dabei unterscheidet sie eine Zugehörigkeit einer Gruppe grundsätzlich und zu einer Gruppe zu gehören durch eine „Organisation“ (inter est, personale Bezug). Letzteres in das politische zu bringen ist apolitisch, aus ihrem Weltverständnis heraus „weltlos“.

Die Stellung des Menschen, der in der aktuellen Wirtschaft, einzig als Konsument und Arbeitskraft interessant ist, kritisiert sie, „weil sich darin eine Weltlosigkeit konturiert. Es liegt einem nichts mehr daran, wie die Welt aussieht“.

Eine große seelische Tiefe zeigt sie in Bezug zum Umgang mit den Mitmenschen, von der Gefahr sich auf andere Einzulassen (Wagnis der Öffentlichkeit, Jaspers): „Was daraus wird, wissen wir nie. Nun würde ich sagen, dass dieses Wagnis nur möglich ist im Vertrauen auf die Menschen. Das heißt, in einem grundsätzlichen Vertrauen auf das Menschliche aller Menschen. Anders könnte man es nicht“   

Das Interview bietet sich in vielerlei Hinsicht an zum Weiterdenken und nochmal ansehen. Es ist für jeden Zuschauenden persönlich auf alle Fälle eine Chance zum Weiterdenken, zur Auseinandersetzung mit dem was Arendt sagt und wie sie es begründet. Es ist darüber hinaus ein Zeitzeugnis und ein Einblick in das Leben und Denken einer der größten deutschen Frauen des 20. Jahrhundert (und sicher besser/anders als der Film über sie) und es ist, mit ein bisschen Zusatzarbeit, ein guter Ausgangspunkt für eine Beschäftigung im schulischen Kontext (Sek. II) mit der NS-Zeit, mit den Verbrechen und den Lehren, die politisches, philosophisches und theologisches Denken sich daraus heraus erarbeitet hat.

Hier nochmal den Link: https://youtu.be/J9SyTEUi6Kw

Bild: Screenshot YouTube

Geld her …

Faszinierend! Da bekommt Adidas Geld, da schreien die Autobauer, die Fluggesellschaften, Hotel- und Gaststätten, Landwirte, soziale Berufe, Flughäfen, Krankenhäuser, jetzt auch Disco- und Nachtclubbesitzer und neben all den anderen die mir nicht einfallen dürfen wir natürlich die Sportclubs der 1. Bundesliege nicht vergessen, die auch gerade in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

Land, Bund, EU und wer auch immer schaufelt aus allen Ecken und Enden Sonderprojekte heraus, wirft das Geld in Milliardenbeträgen raus und versorgt alle möglichen und unmöglichen wirtschaftlichen Bereiche mit Geld. UND WER ZAHLT DAS???

Unbesehen, es ist mehr als wichtig, dass die Wirtschaft gestützt wird, dass soziale Einrichtungen Geld bekommen, dass Kunstschaffende, dass der Mittelstand und viele mehr unterstützt werden. Trotzdem wird es Zeit, dass wir endlich mal fünf Minuten mit diesem Geldsegen stoppen und uns die Frage nach dem Ziel dieser Aktion stellen.

Die Frage macht sich bei mir gerade breit, wem dieser Geldregen nützt und wem nicht?

Wir reden ja seit Wochen überall von systemrelevanten Einrichtungen. Ein bisschen überspitz möchte ich bei diesem ganzen Geldsegen genau an die erinnern, die systemrelevant sind. Das sind zuallererst die Menschen selbst. Werden diese wirklich unterstützt, wenn wir Milliarden in Unternehmen stecken, die im Jahr 2019 noch Millionen von Gewinnen gemacht haben und genauso viel Geld an Rücklagen, Gewinnausschüttungen, Tantiemen und Boni gezahlt haben …Kann es sein, dass wir bei dieser Geldflut aktuell auch im großen Rahmen Industrie- und Wirtschaftsbereiche unterstützen, die schon seit Jahren kränkeln, die schon seit Jahren endlich aufgelöst, umgewandelt bzw. modernisiert gehören?

Die neue JIM-Studie 2019 ist veröffentlicht. Dabei geht es um eine Studie, zum Medienumgang von 12- bis 19-Jährigen. Die Studie sollte, so denke ich, zum Aufhorchen führen, denn in Zeiten, in denen unser Bildungssystem davon „lebt“ oder gar überlebt, dass Kinder und Jugendliche zu Hause, am heimischen „Endgerät“ arbeiten, zeigt sich, dass der Besitz eben gerader solcher Geräte stark in den Familien abnimmt.

Ganz auffällig ist das gerade bei den 12-17 Jährigen. Dort sinkt der Besitz von Laptop, oder PC, oder Tablett von 2 – 9 %. Wenn wir ein bisschen oberflächlich die Zahlen zusammenzählen dann könnte es sein, dass gerade mal 48 % aller Kinder bis 13 Jahren überhaupt einen Zugriff auf einen PC oder Laptop haben. Das ist in den höheren Altersgruppen zwar besser. Trotzdem haben auch hier höchstens 2/3 aller Kinder die Chance, gerade aktuell für den Unterricht zu Hause, auf die notwendige Technik zuzugreifen.

Klar jubilieren verschiedene Kreise, wenn die Besitzzahlen von mobilen Endgeräten und Laptop/PC bei jüngeren Generationen rückläufig sind. Das ist aber schlussendlich nicht gut. Es geht doch in der Nutzung dieser Geräte nicht darum es gar nicht zu tun, sondern den Kindern und Jugendlichen einen guten und nützlichen Umgang mit diesen Geräten zu vermitteln.

Und darüber hinaus dürften wir uns auch mal die Frage stellen, ob dieser Rückgang an Geräten wirklich einer Sensibilisierung der Eltern geschuldet ist oder eventuell andere Gründe dahinter stecken. Eventuell zeigt sich auch hier das Abhängen einzelner Kreise aufgrund finanzieller Situationen.

Die Corona Krise motiviert viele zu sagen: „Danach ist nichts mehr so wie davor„. Das denke ich auch. Dabei denke ich aber nicht, dass Corona der Grund des Wandels sei. Nein, Corona ist das Mittel, das sichtbar macht, was schon lange da ist. Corona ist der Beschleuniger dessen, was bisher nur schwelte.

Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht abzusehen, sind katastrophal, sind … egal was sie sind, es sind keine Folgen, die nicht schon lange sichtbar waren. Die global agierenden Unternehmen wie Apple, Amazon. Microsoft und Co. wachsen gerade ins unermessliche. Klassische Industriezweige, dazu gehören gerade auch viele Betriebe in Deutschland, die die digitale Wende nicht angegangen sind, die sich auf ihre Lobbyarbeit und Sicherheiten ausruhten, rutschen über Nacht in Schwierigkeiten.

Dabei stelle ich mir die Frage, ob die ganzen Hilfspakete für die Wirtschaft sinnvoll sind. Ist es sinnvoll in eh sterbende Bereiche Geld zu pumpen, das gar nicht vorhanden ist?

Ich würde hier ganz schnell mit einem „nein“ antworten, wenn da nicht die einzelnen Menschen sind, die nach dieser Krise keine Jobs mehr haben. Und trotzdem, genau mit diesem Argument der Massenarbeitslosigkeit werden die Regierungen schlussendlich erpresst. Müssen wir nicht endlich damit leben, dass Auto-Konzerne teilweise verschwinden? Dass Bereiche die nur noch mit Subventionen erhalten werden endlich vom Tropf genommen werden müssen? Statt Milliarden von Euros in Unternehmen zu stecken, die zu einer aussterbenden Industriewelt gehören, müsste es andere Konzepte geben. Für die (kleinen) Unternehmen, die grundsätzliches bieten, die auch in Zukunft noch systemrelevant sind – und in die einzelnen Menschen.

Aber gibt es diese Konzepte? Gibt es Menschen, die so mutig sind, diese zu denken?

Wie kann Wirtschaftsförderung nach Corona aussehen? Gibt es Antworten auf die Massenarbeitslosigkeit, die eventuell weniger kosten, als das Gießkannen-Prinzip der aktuellen Förderung, die ja dann beim systemrelevanten Mittelstand gar nicht so ankommen?

Die Corona Krise müsste uns zum aufwachen motivieren. Nicht zurück zum Alltag dürfte die Devise sein sondern? Ja was?

In seinem Schreiben „Laudatio‘ si“ zitiert Papst Franziskus seinen Amtsvorgänger wie folgt: „Auf der Linie dessen, was bereits von der Soziallehre der Kirche entwickelt wurde, hat Benedikt XVI. bekräftigt: „Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, sowie Ernährungssicherheit und Frieden zu verwirklichen, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität, wie sie schon von meinem Vorgänger, dem [heiligen] Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend nötig.“ (LS 175)

Papst Franziskus schlussfolgerte daraus, dass „Aus dieser Perspektive […] die Diplomatie eine völlig neue Bedeutung hinsichtlich der Förderung internationaler Strategien [gewinnt]“ (LS175). Genau dies wäre doch ein guter Ausgangspunkt, dass sich Kirche zu Wort meldet und echte globale Zusammenarbeit der Politik anmahnt. Es wird Zeit, dass Kirche sich einmischt.

Ja, wir müssen an vielen Stellen umdenken. In meinem beruflichen Umfeld werden gerade viele Veranstaltungen, Sitzungen und Konferenzen abgesagt. Das schafft zuerst mal eine richtig blöde Situation. Sitzungen und Konferenzen sind ja nicht zum Selbstzweck, sondern aufgrund von Prozessen, und die werden behindert, Vorgänge werden schwieriger, ja auch über den Haufen geworfen – ganz viel Probleme und neue Arbeiten kommen dazu.

Ich persönlich finde es ganz schlimm, dass durch die Maßnahmen sich auch die Beziehungen verändern und Kommunikationsebenen unterbrochen oder abgebrochen werden.

Aber weil jetzt so viele Fragen kommen, weil jetzt so viel sich verändert, stellt sich eine zentrale Frage, wie wir uns neu strukturieren müssen, dass eine solche Epidemie in Zukunft nicht wieder so unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben lahmlegt. Wie muss sich unsere Gesellschaft verändern, dass wir unabhängiger werden. Eventuell liegt gerade die Antwort in der Frage in einer scheinbaren neuen Abhängigkeit: Der Digitalität und der neuen Kommunikationsformen.

Das Paradoxe dürfte darin liegen, dass wir uns noch mehr mit dem beschäftigen müssen, was uns in neue Formen einfügt, aber uns daraus heraus eventuell eben auch mehr Möglichkeiten entstehen.

Ich mache mir gerade Gedanken darüber, wie wir eine geplante Tagung eventuell mit Technik doch noch teilweise stattfinden lassen können. Klar Telefonkonferenz, aber reicht das? Was kann man da noch machen, was kann man da noch nutzen, das einfach ist, das nicht mehr Probleme schafft als löst … gerade in einem Umfeld, das eben noch nicht daran gewöhnt ist. 

Gerade mit Telefonkonferenzen, mit Videokonferenzen eröffnen sich neue Räume, die etwas verändern, was gerade erst angefangen hat. Die Generation „Messenger“, die lieber textet als telefoniert, könnte sich hier nochmal verändern. 

Auch andere Aspekte sind positiv. Wenn wir erkennen, dass wir einige der vielen Sitzungen und damit Dienstreisen und Kosten und klimafeindliche Aspekte gar nicht brauchen, sondern ein gutes Telefonat, eine gut geplante und von der Infrastruktur machbare Videokonferenz, uns genauso weiterbringt, dann wäre das doch schon ein gutes Ergebnis. 

Oder wenn wir in den nächsten Wochen auf schnelle Reisen, Abendveranstaltungen, Einkaufbummel, Freizeitaktionen verzichten, dann könnte doch damit ein Raum entstehen, der die Frage zulässt: Was brauche ich davon eigentlich. Und wenn wir jetzt eventuell plötzlich mehr mit Familie, engere Freunde oder den Partnern verbringen und merken, dass das auch seine schönen Seiten hat – ist das eventuell der „Anfang einer (neuen) Freundschaft“?

Eventuell gibt’s da noch so ein paar Punkte, die sich nun ergeben und die uns dazu führen über manche Dinge in unserem Leben nachzudenken. In dem Fall nicht: „Ist das Kunst oder kann das weg“ sondern „Schafft das Leben oder kann das weg“?  

Echt, ich bin ja schon eher rational gerade auch in Situationen wo andere sehr schnell mit Gefühlen und so kommen. Auch gerade jetzt in dieser Corona-Phase, reagiere ich eher pragmatisch. Corona ist eine erlebbar Bedrohung meiner aktuellen Lebenssituation, aber um die Bedrohung ernst zu nehmen, braucht es auch ein gewisses Maß an Ironie, Distanz und Humor. Sonst kann ich das nicht.

Vorhin habe ich aber gemerkt, dass sich bei mir was verändert. Gestern war ich schonmal vor einem leeren Regal gestanden und dachte noch nur „Hä???“. Heute musste ich kurz in den Penny hier ums Eck um Öl zu kaufen. Wirklich, ich brauchte nur Öl. Die Stimmung in dem Laden aber, die vielen Leerstellen in den Regalen, hat mich echt dazu gebracht mehr zu kaufen. Schlussendlich ging ich mit einer Tasche voll Produkten raus – alles Dinge, die sich gut aufbewahren lassen und ich merkte dabei die Entschuldigung: „Das geht ja nicht kaputt“ und „sicher ist sicher“.

Ich stand dann draussen vorm Laden und fragte mich, was da gerade geschehen ist. Ich habe mich anstecken lassen. Dabei ist doch das Entscheidende, dass wir Ruhe bewahren, unser Leben der Situation anpassen, unser Leben aber nicht bestimmen lassen von Angst und abstrusen Handlungen.

Es gilt wirklich aufzupassen auf sich selbst und auf uns. Corona führt dazu, dass wir gewisse Formen der Kommunikation und des Miteinanders aktuell unterlassen. Aber das muss „aktuell“ bleiben und nicht auf Dauer.